Duisburger Werkstatt-Chefin Rogg Fristlos Entlassen

Duisburg.¬† Die Gesch√§ftsf√ľhrerin der Werkstatt f√ľr Menschen mit Behinderung, Roselyne Rogg, ist fristlos entlassen worden. Sie bezog 376.000 Euro j√§hrlich.

Roselyne Rogg, bis heute die Gesch√§ftsf√ľhrerin der Werkstatt f√ľr Menschen mit Behinderung (wfbm) in Duisburg, ist mit sofortiger Wirkung entlassen worden. Das hat die Stadt Duisburg am Mittwochabend bekanntgegeben.

Die 54-J√§hrige war in den vergangenen Tagen in die Kritik geraten, weil sie √ľber Jahre Geh√§lter bezog, die deutlich √ľber den branchen√ľblichen Bez√ľgen lagen. Rogg selbst hatte noch am Dienstag √∂ffentlich erkl√§rt, dass sie ihren Verdienst f√ľr angemessen h√§lt. Der Aufsichtsrat der wfbm habe von Roggs massiven Gehaltserh√∂hungen nichts gewusst.

Aufsichtsrat sieht „keine andere M√∂glichkeit“

Mit einstimmigem Beschluss“, hei√üt es in der Pressemitteilung, „hat der Aufsichtsrat (…) das Arbeitsverh√§ltnis mit Roselyne Rogg mit sofortiger Wirkung beendet: Nicht nur die √∂ffentlich gewordenen Erkenntnisse √ľber die massiven Gehaltserh√∂hungen, sondern „auch die gestrige Pressekonferenz lie√üen dem Aufsichtsrat, der vor allem im Wohle der Werkstatt f√ľr Menschen mit Behinderung und ihrer Mitarbeiter handelt, keine andere Entscheidungsm√∂glichkeit“, hei√üt es dort weiter.

Wirtschaftspr√ľfer hatten ein Gutachten vorgelegt, dass Roggs j√§hrliches Sal√§r von 376.000 Euro als „inakzeptabel“ bezeichnete. Normal seien in dieser Position 150.000 bis 180.000 Euro. (red)

Anmerkung der Redaktion: Wir werden auch in den kommenden Tagen √ľber die aktuellen Entwicklungen rund um die Duisburger Werkstatt f√ľr Menschen mit Behinderung berichten. Besuchen Sie uns wieder, um alles Wichtige zum Thema zu erfahren.

DIE PRESSEMITTEILUNG DER STADT DUISBURG IM WORTLAUT:

„Mit einstimmigem Beschluss hat der Aufsichtsrat der Werkstatt f√ľr Menschen mit Behinderung (wfbm) in seiner heutigen Aufsichtsratssitzung das Arbeitsverh√§ltnis mit Roselyne Rogg mit sofortiger Wirkung beendet. Die fristlose K√ľndigung ist der Gesch√§ftsf√ľhrerin heute mitgeteilt worden.

Obwohl Roselyne Rogg in den vergangenen Jahren fachlich gute Arbeit geleistet und die wfbm gut aufgestellt hat, sah sich der Aufsichtsrat zu diesem Schritt gezwungen. Nicht nur die zwischenzeitlich √∂ffentlich gewordenen Erkenntnisse hinsichtlich der massiven Gehaltserh√∂hungen, sondern auch die gestrige Pressekonferenz lie√üen dem Aufsichtsrat, der vor allem im Wohle der Werkstatt f√ľr Menschen mit Behinderung und ihrer Mitarbeiter handelt, keine andere Entscheidungsm√∂glichkeit.

Die Wirtschaftspr√ľfer Vinken, G√∂rtz, Lange und Partner kamen zuvor in ihrem Gutachten vom 28. Juni 2018 zu dem Ergebnis, dass ein angemessenes Gesch√§ftsf√ľhrungsgehalt f√ľr die wfbm maximal zwischen 150 000 Euro und 180 000 Euro liegen k√∂nne. Das aktuelle Gehalt Roselyne Roggs, welches ohne Kenntnis des Aufsichtsrats ausgezahlt wurde, betr√§gt jedoch 376 000 Euro und ist damit inakzeptabel.

Dass das Vertrauensverh√§ltnis zu Roselyne Rogg irreparabel gest√∂rt ist, ergibt sich zudem aus mittlerweile zusammengetragenen Dokumenten, die den Schluss zulassen, dass dem Aufsichtsrat ganz bewusst die am 10. Juli 2013 ausgesprochene Vertragsverl√§ngerung, nicht jedoch die zugleich unterzeichnete Verg√ľtungsanhebung vorgelegt wurde. Sachliche Gr√ľnde f√ľr die Trennung dieser beiden eng miteinander verkn√ľpften Vorg√§nge sind nicht ersichtlich, sodass der Aufsichtsrat von einem ganz bewussten Versto√ü gegen die Statuten der wfbm ausgehen muss.

Roselyne Rogg hat mit der von ihr am gestrigen Dienstag eigenm√§chtig initiierten Pressekonferenz und der in diesem Zusammenhang versendeten Pressemitteilung ihre pers√∂nlichen Interessen √ľber die der Werkstatt f√ľr Menschen mit Behinderung gestellt und somit nicht nur den Aufsichtsrat und seinen Vorsitzenden, sondern auch das Vertrauensverh√§ltnis zu ihren Mitarbeitern nachhaltig gest√∂rt.

Um die wfbm trotz der j√ľngsten Entwicklungen zukunftsf√§hig aufzustellen, hat der Aufsichtsrat in seiner Sitzung beschlossen, zun√§chst mit den zwei Prokuristen der Werkstatt f√ľr Menschen mit Behinderung die kommenden Herausforderungen anzugehen. Eine Stellenausschreibung f√ľr die Gesch√§ftsf√ľhrerposition wird zeitnah ver√∂ffentlicht.

Auf Wunsch von Oberb√ľrgermeister S√∂ren Link wird der Aufsichtsrat au√üerdem den Rechnungspr√ľfungsausschuss in die Aufkl√§rung des Sachverhalts einbeziehen. Der Aufsichtsrat leitet umgehend die Pr√ľfung von Schadensersatzpflichten ein.“

Author: Manuel

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